Unsere Mitglieder
Schlauchbootclub e.V.
Jugendabteilung 2 Thomas und Kathrin noch ein Meteor-Fan Thomas ist der Bruder von Jasmin und hat ein Boot, dafür kein Pferd. Demnächst ein neues Bild ohne "die Alte"? Raphael
hier unterwegs mit Vater Ludger
und beide sind begeistert vom Wiking- Meteor
Jugendtreffen in Bettingen/Main - August 2012 Epilog Vor ca. 9 Jahren habe ich das letzte Mal an einem Wiking-Schlauchboot-Treffen teilgenommen. Seitdem habe ich viele Freunde, mit denen ich nahezu jeden Sommer die Wochenenden verbracht hatte, nicht mehr gesehen. Am 18. August haben wir (die „Jungen Wilden“) es dann doch tatsächlich geschafft uns einmal wieder zu sehen. Jetzt sitze ich hier und möchte einen kleinen Reisebericht zu Papier bringen…Damit man aber verstehen kann, was dieses Treffen für die Anderen und für mich bedeutet hat, muss ich leider ein bisschen ausholen. Das kam nämlich so:Früher:Früher begannen die Wochenenden in den Monaten von April bis September für mich meist mit demselben Ritual. Vor der Schule wartete ein Wohnmobil mit einem Anhänger hinten dran auf dem ein grau-blaues Wiking-Schlauchboot thronte. Drinnen gab es ein belegtes Brot und nachdem ich die Schularbeiten (meistens…also manchmal…also oft auch gar nicht…) nach 40 Autobahnkilometern erledigt hatte, wartete ein kleines Nickerchen auf mich, denn wo ließe es sich nach einer anstrengenden Woche besser schlafen als in einem fahrenden, vibrierenden Wohnzimmer?Aufgewacht bin ich dann immer auf irgendeinem Campingplatz an einem Gewässer in Deutschland oder Europa. Ganz früher war das erste, was ich wollte mein Fahrrad, damit ich den Campingplatz und den nahegelegen Hafen erkunden konnte. Warum? Weil ich Häfen liebe. Egal ob Rotterdam oder die kleine Bucht im Nebenarm eines Binnenflusses, die sich „Yachthafen Buxdehude e.V.“ schimpfen darf: Häfen sind einfach nur geil. Das hat wahrscheinlich u.a. mit dem Umstand zu tun, dass ich bestimmt schon auf jeder Kaimauer - von der Nordsee bis in die Ägäis - gewickelt wurde (also nicht in letzter Zeit…sondern wirklich ganz früher;-). Obwohl die Bezeichnung „YACHT“-Hafen (zu sehen bei gefühlten 1000 Wassersportvereinen, die das „Y“ im Namen tragen) oft allzu euphemistisch war. Nur wenige Boote verdienen die Bezeichnung „Yacht“ auch wirklich, werden Sie doch meist zum sonntäglichen Kaffekränzchen nicht mal vom Anlegeplatz bewegt, geschweige denn aus dem Hafen.Diese Gattung der Wassersportler zu beobachten war natürlich auch ein Grund, warum Häfen so interessant sind. Außerdem ist in Häfen – egal ob internationaler Umschlagplatz für Güter aus aller Welt oder jenes noch so kleine Becken am Main – immer etwas los. Hier kann man getrost den halben Tag damit verbringen die Menschen zu beobachten, die sich dazu entschlossen haben ihre Freizeit dem Wassersport zu widmen…wobei sich auch dem Laien schnell offenbart, wer dieses Hobby schon länger betreibt oder wessen strahlend weiße Kapitänsmütze noch nie Salzwasser gesehen hat.Später – als mein erster Gedanke nicht mehr nur meinem Fahrrad und der Erkundung der Umgebung meines wochenendlichen Zuhauses galt – bestand die erste Handlung dann darin, mit meinem Papa unser Boot zu Wasser zu lassen und den Liegeplatz einzunehmen. Denn erst, wenn das Boot sauber geslippt, der Motor einmal mehr tadellos angesprungen, und der Trailer ordnungsgemäß geparkt war, konnte für uns beide der Spaß beginnen. Ein Schlauchboot-Treffen lag vor uns. Ein Wochenende voller Spaß, Action, Freunde und Wassersport. Genau diese Leidenschaft und Freude teilte mein Papa Gott sei Dank auch mit Leuten, die Kinder in meinem Alter hatten (und Häfen genauso toll fanden wie ich). Wir Jungen hatten – bestimmt aus Sicht der „heutigen Jugend“ völlig undenkbar – tatsächlich eine Riesengaudi, wenn wir den ganzen Tag lang nur auf dem Fluss hin und her schipperten. Natürlich durfte man auch einmal selbst das Steuer in die Hand nehmen, aber grundsätzlich genügte uns das auch so. Nahezu den ganzen Tag verbrachten wir auf dem Wasser, inklusive morgens früh aufzustehen. Un.vor.stellbar. Wir kannten uns schon so lange, dass keiner von uns wirklich wusste wann und wo man sich eigentlich kennen gelernt hatte. Man war einfach immer da. Jedes Wochenende an dem Bootfahren möglich war. Sogar den einen oder anderen Urlaub verbrachten wir zusammen. Herrlich, wenn die Eltern ein gemeinsames Hobby haben, das familientauglich ist und bei dem man draußen sein kann. Meine Schulkameraden, die von Modelleisenbahnbau oder Briefmarkensammeln schwärmten, konnte ich nur bemitleiden. Und auch die Freunde, die Ihre Wochenenden auf den Fußballplätzen der Umgebung verbrachten, konnten meiner Meinung nach nicht gegen einen Wind gepeitschten Ausflug auf einem aufgewühlten, mit meterhohen Wellen gespickten Ijsselmeer ankommen. Sobald denn auch meine Freunde ebenfalls mit Ihren Eltern „gerödelt“ hatten, führte uns der erste Weg meist zusammen zur Slippanlage. Hafenatmosphäre fanden wir halt schon immer toll. Entweder wir halfen den Leuten, die offensichtlich weniger geschickt beim Zuwasserlassen eines Schlauchbootes waren, oder wir beobachteten genüsslich die Versuche der selbst erklärten Einzelkämpfer, die keine Hilfe beim Slippen brauchten – schon gar nicht von „Kindern“. Ständig lag der Geruch von verbrannter Kupplung in der Luft. Zumindest ein Versuch pro Wiking-Treffen endete schließlich mit einem fast verlorenen Anhänger, kaputter Rückleuchten-Elektronik oder feuchten Fußmatten im Fond eines Geländewagens (SUVs gab es damals noch nicht). Beliebt waren auch Abschürfungen und schwere Prellungen, wenn ein über motivierter Kapitän einmal wieder zu weit ins Wasser gefahren ist und beim Aussteigen und Begutachten seines Werkes im abschüssigen, grünen Algenteppich der Slipanlage auszurutschen begann. In jedem Fall machte es Spaß. Dies passierte Gott sei Dank öfter den Skippern, die nicht zu unserem Club gehörten. Wir hatten tatsächlich in der Mehrheit Profis dabei ;-).Ein weiteres Highlight der Binnen-Wochenenden waren auch immer die Besuche von Schleusen. Da gab es diejenigen, die immer zuerst rein fahren wollten und ihr Boot dann 50 cm hinter dem Doppel-Propeller-Antrieb eines rumänischen 150 m Schubverbandes festmachten…und sich nach dessen Ausfahrt im hinteren Drittel der Boote wiederfanden….nass…und mit gerissenen Seilen. Und da gab es natürlich diejenigen, die beim Abschleusen vor lauter Klabautermann-Geschichten vergaßen ihr Seil eine Sprosse weiter unten festzumachen…oder es aus Bequemlichkeit gar fest mit der Schleusenmauer vertäuten, anstatt es nur zu fieren…;-). Obligatorisch war auch der blaue Dunst der 2-Takt-Abgase, der sich vor jeder Ausfahrt im Schleusenbecken in Schleiern um die Boote legte. Noch heute verbinde ich mit dem Duft eines vorbei knatternden Mofas immer die Pausen in den Schleusenkammern Deutschlands. Die Wochenenden gingen dahin und auch wir wurden älter. Boote wurden nicht mehr so oft aus Scheunen und Garagen geholt und Stückchen für Stückchen verlor man den Kontakt. Dann passierte lange nichts. Wir hatten ja auch alle viel zu tun: Studium, Bundeswehr, Auslandsaufenthalte, Ausbildung, der erste Job, die erste Wohnung. Einige von uns gründeten sogar eigene Familien und heirateten. „Die Jungen“ hatten einfach nicht mehr die Zeit, die wir früher wohl hatten. Wir haben uns an dem Wochenende in Bettingen oft gefragt, woher unsere Eltern damals die Zeit genommen haben. Unserem kleinen 12-Personen-Treffen ging ein ellenlanger E-Mailverkehr voraus. Und dass wir uns überhaupt auf einen Termin einigten, an dem die Mehrheit konnte, ist an sich schon ein kleines Organisations-Wunder. Den so viel gescholtenen sozialen Netzwerken sei Dank, haben wir es aber dann doch geschafft. Weiß Gott, wie mein Papa und meine Mama es damals hinbekommen haben durch ein Rundschreiben am Anfang des Jahres einmal alle zu informieren, Plätze zu reservieren, Liegeplätze sicherzustellen, Strecken und Schleusungen abzusprechen etc.…Und dass dann auch tatsächlich jedes Wochenende der Hafen blau vor Booten und der Campingplatz weiß vor unseren Wohnmobilen war. Für uns in der heutigen Zeit unbegreiflich. Aber die aktuelle Clubleitung schafft es ja auch irgendwie…;)Heute:Jetzt, nach 10 Jahren, haben wir es trotzdem geschafft: Mit Zelten, Autos, Wohnmobilen (Danke fürs ausleihen, Papa), Campingbussen und Wohnwagen haben wir uns am heißesten Wochenende des Jahres in Wertheim- Bettingen getroffen. Wir, das waren damals und sind an diesem Wochenende gewesen: Jasmin Breuer mit Bruder Thomas und dessen Freundin Kathrin, Stefan Küppers, seine Frau Nina und die kleine Annika Küppers. Außerdem noch Bruder Thomas Küppers mit seiner Nadine und Boot „Henry“, einem top gepflegten Wiking Dorado mit 30 PS YAMAHA. Natürlich durften auch 2/3 der Felser-Jungs, Markus und Matthias, nicht fehlen. Matthias war im Besitz des zweiten Bootes unseres „Schlauchboottreffens“, einem zerlegbaren Wiking Komet mit 35 PS Mercury 2-Takt-Motor aus den 80er Jahren – „der geile mit den braunen Streifen“. Von Familie Kluge wurde nur Basti ins Rennen geschickt, der mit Jenny und mir als Erster kam und als Letzter ging. Björn Kluge hatte sich an diesem Wochenende um seinen jüngsten Familienzuwachs zu kümmern, da er zum zweites Mal stolzer Vater wurde. Martin, der jüngste Felser, konnte leider auch nicht bei uns sein. Beide versprachen aber das nächste Mal dabei zu sein. Ebenso wollen wir versuchen, die „alte Garde der Jungen Wilden“ (Pia, Guido, Falk, Mark, Nicole, Michael, Axel und Anika…und ich habe bestimmt immer noch welche vergessen) für den nächsten gemeinsamen Ausflug ans Wasser zu gewinnen.Nach einem tollen Stau auf der A 3 (manche von uns brauchten 5 ½ Stunden für die Anfahrt) fanden wir uns gemeinsam auf unserem Stellplatz direkt am Main wieder. Und es war wie früher…Der Abend und die Nacht waren feucht-fröhlich und alte Geschichten aus den tiefen unserer Wassersport-Jugend wurden erzählt. Fast wie ein kleiner „Skipperhock“. Der Samstag begann mit einem ausgiebigen Frühstück, bevor man sich endlich dem Slippen bzw. dem Aufbau der Boote widmen konnte. Wieder einmal fragten wir uns kopfschüttelnd, wie viel Begeisterung unsere Eltern oder auch ältere Clubmitglieder damals für das Schlauchbootfahren aufgebracht haben mussten als wir vor dem zerlegten, unaufgeblasenen Wiking und dem schweren Motor standen. Schließlich schafften wir es aber in Rekordzeit die beiden Boote unbeschadet zu Wasser zu lassen. Der alte Mercury sprang auch nach 6 mal ziehen tadellos an. Natürlich nur unter Slipp-Anlagen-üblichen- Kommentaren, die wir dem Kapitän Matthias nicht vorenthalten wollten: „Mehr Choke, nein das war zu viel“, „Pump mal ein bisschen mehr Benzin“, „Läuft der nicht ein wenig mager?“, „Hast Du die Zündkerzen schon mal überprüft?“, „Klingt, als hätte er gar keinen Funken, oder?“, „Trimm den Motor mal was höher“, „Ist der Ball schon hart?“, „Gib ein wenig mehr Gas“, „Lass das Anzugseil sich erst komplett aufrollen“ oder „Zieh mal mit weniger Kraft“;-). Nachdem Thomas und Matthias Ihre Boote dann einmal den Main hoch und runter gejagt hatten, packten die übrigen von uns die Taschen für unseren kleinen Ausflug oder kauften die letzten lebenswichtigen Utensilien (Grillfleisch und kühle Getränke, etc.) ein. Und dann ging es los: Im wahrsten Sinne des Wortes mit Kind und Kegel, Kühlboxen und Notverpflegung fuhren wir Main abwärts. Einige Optimisten hatten sogar Mono-Ski und Wakeboard mit eingepackt. Immerhin sind die Boote, mit 5 Mann Besatzung und Sturmgepäck auch locker in Gleitfahrt gekommen. Ob dieser gewaltigen Motorkraft, empfanden es unsere Kapitäne daher nicht als Belastung, wenn Sie mehrmals zum Campingplatz fuhren mussten, um die restliche Crew abzuholen, da nicht für uns alle an Bord Platz war.Unser Ziel war eine kleine Sand-Bucht. Die Boote lagen direkt am Ufer, man konnte fast 20 Meter in den Main waten und stand nur bis zur Hüfte im Wasser und die Getränke konnten so auch gekühlt werden. Den Tag verbrachten wir mit Wasserspielen, dem Ausgleich des Getränkehaushalts, Musik aus Zeiten der Club-Gründung und Dösen im Schatten. Markus schaffte es tatsächlich hinter einem 35 PS Wiking einen sauberen Mono-Ski-Tiefwasserstart hinzulegen…und auch ein paar Runden Wakeboard waren durchaus machbar.Gegen Abend und nach einem netten Plausch mit der Wasserschutzpolizei (Achtung, das Hawaii-Hemd wird wieder modern) fuhren wir zurück zum Campingplatz. Nachdem wir die Boote erneut sicher an Land gebracht hatten ließen wir den Abend in großer Runde mit Grill und kühlen Getränken ausklingen. Obwohl man sich lange Zeit aus den Augen verloren hatte, war es doch, als hätte man sich das Wochenende davor zuletzt gesehen. An dieser Stelle auch noch einmal ein Dankeschön an diejenigen, die das erste Mal dabei waren und trotzdem mit uns zusammen eine Menge Spaß hatten.Das nächste Treffen der „Jungen Wilden“ kommt bestimmt…dabei waren sich alle einig. Danke an alle für das nostalgische Wochenende und noch einmal ein herzliches Dankeschön an den Schlauchboot-Club, der das Treffen finanziell unterstützt hatte. Von uns allen auch noch einmal herzliche Grüße an die älteren Clubmitglieder. Wir haben immerhin auch mit Euch die Wochenenden verbracht und hatten rückblickend eine verdammt schöne Zeit mit Euch allen! Jan Böhler Danke, Jan, für diesen tollen Bericht. Jasmin und Thomas haben es ähnlich erlebt. "Es war wie früher, bei den Treffen", so erzählten sie. "Und in den Kindern erkennt man jetzt die Eltern, nicht nur äußerlich," fügte Thomas noch hinzu. Die beiden waren begeistert und hoffen, dass es bald eine Wiederholung gibt. Den Vorsprung von Thomas und Mathias, ein eigenes Boot zu haben, will Thomas schnellstens aufholen. Für den Bootsführerschein hat er sich schon angemeldet. Es lebe der (Wiking-)Schlauchbootclub.Also, Danke an Euch "Junge Wilden", die Ihr dieses Treffen organisiert habt. Es besteht kein Zweifel darin, dass der Club auch noch 40 weitere Jahre existieren wird. Hoffentlich nehmt Ihr uns dann, tattrig wie wir sein werden, noch mit.EvelynDie lang ersehnten Fotos sind wahrscheinlich von allen Beteiligten aufgenommen worden. Eine Zuordnung war mir im einzelnen nicht möglich, aber sie zeigen, wie viel Spaß die "Jungen Wilden" in Bettingen hatten.
aktuallisiert am: 07.07.2018